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Die Natur wirken lassen: Neues vom Permakultur-Projekt in Burundi (Teil 2)

Foto: AgrarKontakte International (AKI) e.V.

Das erste Drittel des Projekts „Aufbau eines Agrarsozialen Bildungs- und Trainingscenters in Gitega“ im ostafrikanischen Burundi liegt hinter uns. Zeit für ein Resümee auf das bereits Erreichte und einen Ausblick auf das, was noch vor uns liegt.

Das erste Projekt-Halbjahr war beachtlich. Die Planung und Umgestaltung des Projektareals nach den ethischen und den Gestaltungsprinzipien der Permakultur lag dabei im Mittelpunkt der Aktivitäten. In einem mehrwöchigen Gestaltungsprozess wurde ein detaillierter Designplan, eine Planungsskizze mit den umzusetzenden Permakultur-Elementen, gemeinschaftlich ausgearbeitet. Zeitgleich begannen die baulichen Maßnahmen zur Umsetzung einzelner Designelemente, die bereits seit Projektbeginn eingeplant und bekannt waren, auf dem insgesamt 5 ha großen Areal.

Neben dem Anlegen der Gemüsebeete und Erosionsgräben an Hanglagen wurden stillgelegte Flächen rekultiviert, ein schutzbedürftiger Bereich mit einer Mauer eingehegt, eine Zufahrtsstraße mit Brücke gebaut und ein Schulungsgebäude errichtet.

Nennenswert unter den ersten Aktivitäten ist auch das Schüler-Camp kurz vor Weihnachten (wir berichteten bereits in Teil 1). Unterstützt durch die motivierten und lernhungrigen Schüler der nahegelegenen St. Kizito-Schule wurden wichtige Erdarbeiten verrichtet, um der Auswaschung des wertvollen Mutterbodens insbesondere in den Regenzeiten entgegenzuwirken. Dieses praktische Training wurde ergänzt durch die theoretische Einführung der jungen Agrarbegeisterten in die dafür notwendigen fachlichen Hintergründe und Techniken durch die lokalen Permakultur-Experten. Diesem Prinzip folgend findet die gesamte Aus- und Weiterbildung in der gerade entstehenden landwirtschaftlichen Akademie und dem pädagogischen Schulgarten statt: Theoretische Ausbildung und praktische Übungen laufen Hand in Hand mit der kontinuierlichen Umgestaltung und Verbesserung der lokalen Lehr- und Produktionsflächen für agrarische Erzeugnisse und Lebensmittel.

Im zweiten nun anstehenden Projektabschnitt liegt der Fokus auf der agrarischen Ausbildung der zukünftigen Führungskräfte und Lehrkräfte im Sinne des „Train the Trainer“-Prinzips. Im Frühjahr ist dazu ein umfangreicher Permakultur-Kurs nach den Prinzipien der Pioniere Bill Mollison und David Holmgren angesetzt. Neben der fachlichen Wissensvermittlung wird der praktischen Übung und gleichzeitigen Umsetzung des Permakultur-Designs viel Raum gegeben.

Die lokalen Beteiligten im Umfeld der christlichen Camelius-Bruderschaft sollen frühzeitig mit ihren zukünftigen Tätigkeiten vertraut werden und das dafür notwendige Rüstzeug erwerben, damit sie so bald wie möglich ohne unser Zutun eigenverantwortlich entscheiden und handeln können“, so die verantwortlichen AKI-Projektmanager Markus Roßkopf und Julia Fendel.

Für die anstehenden Projektaktivitäten ist ein Besuch der AKI-Verantwortlichen beim lokalen Team vor Ort geplant. Die Inspektion des Areals inkl. der Identifizierung der lokalen Potenziale und der Bewertung der vergangenen Umgestaltungsmaßnahmen, die Koordination der Aufgaben und Verantwortlichkeiten aller Projektbeteiligten und der zukünftigen Trägerschaft sowie die Vorbereitung, Betreuung und Durchführung der Schulungsmaßnahmen sollen zur Erreichung der gesteckten Projektziele beitragen. Und dies natürlich unter Einhaltung der geltenden Reisebeschränkungen. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten!

In der zweiten Jahreshälfte wird abschließend der Fokus darauf liegen, das ortsansässige Projektteam nicht nur fachlich, sondern vielmehr betriebswirtschaftlich und institutionell auf die selbstbestimmte Weiterführung des agrarsozialen Bildungs- und Trainingszentrums vorzubereiten. Hierfür soll ein panafrikanisches Netzwerk entstehen, das Raum für den gegenseitigen Austausch in Form von Mentoring-Partnerschaften zwischen erfolgreichen agrarsozialen Projekten bietet. AKI wird diesen institutionellen, Management-orientierten Ansatz zunächst mitinitiieren und mitbetreuen, sich dann aber zunehmend bis zum Projektende zurückziehen. Ob die Vorbereitung der lokalen Trägerschaft bis Ende 2021 ausreichend sein wird oder ob es weitere, betreuende Maßnahmen durch AKI bedarf, wird sich im Laufe des Entwicklungsprozesses zeigen.

Unterstützer gesucht

AKI und seine Projektpartner sind auf finanzielle Unterstützung durch Dritte angewiesen und dafür jederzeit dankbar. Alle Spendenmittel fließen zu 100% in das Projekt. Für die weitere bauliche Eingrenzung des Areals soll zeitnah Material, Werkzeug und Verpflegung zur Herstellung von Ziegelsteinen beschaffen werden. Ihre Unterstützung würde uns, unsere Projektpartner in Burundi, die Schüler und ortsansässigen Frauen sehr weiterhelfen und freuen! Wenn Sie das Projekt unterstützen möchten, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf:

Markus Roßkopf

m.rosskopf(at)agrarkontakte.de

0711 / 2140 306

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