Aktuelles

Transitional Agriculture

Foto: AgrarKontakte International (AKI) e.V.

Nachwuchsförderung in der Landwirtschaft durch Bauernorganisationen

 

Um junge Menschen effektiv für die Landwirtschaft zu gewinnen, müssen "weiche" und "harte Faktoren“ identifiziert werden, die junge Landwirte ermutigen oder davon abhalten, sich für eine Karriere in der Landwirtschaft zu entscheiden und somit entweder den Familienbetrieb zu übernehmen, einen neuen Betrieb zu gründen oder einen landwirtschaftlichen Beruf (z.B. Landmaschinenhändler) zu wählen.

"Weiche Faktoren“ beziehen sich auf die Sozialisationsphase in der Familie und das unmittelbare soziale Umfeld, in dem das Bild der Landwirtschaft entwickelt wird und das den Wunsch, in die Landwirtschaft zu gehen, bestimmt. „Weiche Faktoren“ sind zum Beispiel der Wissens- und Informationstransfer, die Kommunikation, das Image der Landwirtschaft und die Einstellung der jungen Menschen zur Landwirtschaft im familiären und persönlichen Umfeld. 

Die "harten Faktoren", wie wirtschaftliche Gesichtspunkte, der Zugang zu Land und Ressourcen, der Zugang zu Innovationen und die Nutzung von mehr Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), sind ebenfalls entscheidend dafür, ob sich ein junger Mensch für die Landwirtschaft entscheidet oder eben nicht. Diese "harten Faktoren" setzen den Handlungsrahmen, der von den landwirtschaftlichen Familien jedoch oft nicht direkt beeinflusst werden kann.

Die drei Seminare des zweiten Seminarblocks 2021 des Transitional Agriculture Projektes befassen sich speziell mit der Rolle von Bauernorganisationen bei der Unterstützung des Austauschs zwischen den Generationen in der Landwirtschaft und der Befähigung junger Menschen, sich in der Landwirtschaft zu engagieren. Die "weichen Faktoren" standen beim Seminar am 17. Juni im Mittelpunkt, die "harten Faktoren" werden beim kommenden Seminar am 1. Juli thematisiert.

Für das erste Seminar führten die Teilnehmer, Vertreter nationaler Bauernorganisationen aus Ghana, Ruanda, Malawi, Deutschland, Simbabwe und Russland, bereits vor dem Seminar Videointerviews mit Junglandwirten aus ihrer Region durch, um die „weichen Faktoren“ zu identifizieren, die die Motivation, die Beweggründe, aber auch die Herausforderungen seitens der Junglandwirte ausmachen. Die Organisationen versuchten zudem in Erfahrung zu bringen, in welchen Bereichen junge Landwirte Unterstützung von ihnen benötigen.

Während des Seminars wurden die Videointerviews vorgestellt und als Reaktion darauf präsentierten die Bauernorganisationen ihre aktuelle Unterstützung im Entscheidungsfindungsprozess von Junglandwirten. Anschließend diskutierten sie, inwieweit sie einen Zusammenhang zwischen den Aussagen der Junglandwirte und der dargestellten Unterstützung ihrer Organisation sehen, aber auch, woran es ihnen noch mangelt.

Wir sind gespannt auf das zweite Seminar am 01. Juli 2021 bei dem sich die Vertreter der beteiligten Bauernorganisationen zu den „harten Faktoren“ im Zusammenhang mit dem Entscheidungsprozess von jungen Menschen in der Landwirtschaft austauschen werden.

 

AgrarKontakte International (AKI) e.V.
Interview mit der Junglandwirtin Magret Paida Mojo von Simbabwe zum Thema: Motivation, Beweggründe und Herausforderungen seitens der Junglandwirte
AgrarKontakte International (AKI) e.V.
Präsentation von Stanislav Sakeev (AKKOR) in Bezug auf die aktuelle Unterstützung der Bauernorganisationen im Entscheidungsfindungsprozess von Junglandwirten
AgrarKontakte International (AKI) e.V.
Podiusmdiskussion mit (v.l.) Beatrice Makwenda (NASFAM, Malawi) und Dr. Prince Kuipa (ZFU, Simbabwe) zum Zusammenhang zwischen den Aussagen der Junglandwirte und der dargestellten Unterstützung ihrer Organisation