Aktuelles

Sechsmonatiges Studentenpraktikum in Deutschland: Erfahrungen, die die Zukunft verändern

Deutsche Übersetzung des Artikels, der in ukrainischer Sprache in der Zeitschrift ‚Bildungstrajektorie: Interaktives Informationsjournal‘ veröffentlicht wurde.

Von Mai bis November 2025 absolvierten Studierende aus 11 Agrarkollegs der Ukraine ein sechsmonatiges Praktikum in Deutschland. Das Programm wurde durch die Zusammenarbeit des Wissenschaftlich-Methodischen Zentrums VSPU und AgrarKontakte International (AKI) e.V. im Rahmen des deutsch-ukrainischen Projekts „Förderung der beruflichen Bildung in Agrarkollegs der Ukraine“ (FABU) ermöglicht.

Dieses Praktikum war mehr als nur eine berufliche Erfahrung – es war ein Eintauchen in die moderne Landwirtschaft, in neue Technologien, Kultur, Alltag und die Traditionen Deutschlands.

Vor der Abreise absolvierten die Teilnehmer einen vorbereitenden Online-Kurs in Kiew, der Sprachtraining, eine kulturelle Einführung  und moderne Ansätze der Landwirtschaft umfasste. Besonderes Augenmerk wurde auf die psychologische Vorbereitung für einen längeren Auslandsaufenthalt gelegt: Eine spezielle Sitzung mit einer Praxispsychologin half den Studierenden, Nervosität abzubauen, sich auf neue Erfahrungen einzustellen und sich selbst besser zu verstehen.

Im November kehrten die Studierenden aus dem Ausland mit wertvollem Wissen, neuen Fähigkeiten und einem erweiterten Blick auf ihren Beruf zurück.

Nachfolgend berichten zwei Teilnehmerinnen des Programms – Maria Hatsko und Daria Rudyk – von ihren Erfahrungen.

 

„Dieses Praktikum wurde ein wichtiger Teil meines Lebens“

            Maria Hatsko, Bojarsky Fachkolleg der NUBiP der Ukraine

Mein Auslandspraktikum fand in Deutschland statt und war für mich eine echte Entdeckung. Ich arbeitete auf dem Weinhof Dieroff in Baden-Württemberg – einem Bereich, in dem ich bisher keine Erfahrungen hatte. Dabei war ich in den gesamten Weinproduktionsprozess eingebunden: von der Pflege der Weinberge bis zur Verarbeitung der Weinmaterialien.

Zusätzlich führte ich saisonale Arbeiten durch, wie das Pflücken von Birnen und Äpfeln. Die Arbeit war körperlich anspruchsvoll, half mir aber, das Tempo und den Rhythmus eines landwirtschaftlichen Betriebs zu verstehen. Besonders stolz bin ich darauf, dass ich das Fahren eines Traktors gelernt habe – eine Fähigkeit, die ich sicher nie vergessen werde.

Natürlich gab es auch Herausforderungen: Sprachbarrieren, ein neuer Arbeitsrhythmus und die Trennung von meiner Familie. Gerade diese Erfahrungen haben mich jedoch stärker und selbstbewusster gemacht. Ein besonderer Bonus waren die Reisen durch Deutschland – neue Städte, Begegnungen mit Kultur, Traditionen und Lebensweisen der Deutschen.

Ich danke dem Wissenschaftlich-Methodischen Zentrum VSPU und AgrarKontakte International (AKI) e.V. für die umfassende Vorbereitung auf das Praktikum: Deutschkurse, insbesondere die letzte Woche des Vorbereitungskurses, Treffen mit der Psychologin, Sicherheitsunterweisungen, organisatorische Begleitung und ständige Unterstützung.

Dieses Praktikum wird für immer ein wichtiger Teil meines Lebens bleiben.

 

„Deutschland schenkte mir neues Wissen, Freunde und Selbstvertrauen“

            Daria Rudyk, Illinetsky Fachkolleg für Agrarwissenschaften

Ich studiere die Fachrichtung „Technologie der Produktion und Verarbeitung von Tierprodukten“ und hatte in diesem Jahr die einzigartige Möglichkeit, ein sechsmonatiges Praktikum in Deutschland zu absolvieren. Dabei lernte ich das Leben, die Kultur, die Traditionen und das hohe Niveau der Organisation in der deutschenLandwirtschaft kennen.

Vor der Abreise absolvierten wir einen viermonatigen Deutschkurs, der mir half, selbstbewusst zu kommunizieren. Die Gastfamilie war von meinem Wissen beeindruckt, und bereits in den ersten Tagen spürte ich ihre Unterstützung und Freundlichkeit.

Mein Praktikum absolvierte ich auf dem Bauernhof Espenhof GbR, der auf Milch- und Fleischviehhaltung spezialisiert ist. Ich wurde von der fleißigen und fürsorglichen Familie Eisele herzlich empfangen. Wir verstanden uns schnell gut.

Täglich war ich an allen technologischen Prozessen auf dem Hof beteiligt, was mir ermöglichte, mein theoretisches Wissen zu festigen, neue praktische Fähigkeiten zu erwerben und moderne Arbeitsmethoden kennenzulernen. Die Arbeit war abwechslungsreich und spannend, besonders in einem so freundlichen Team.

Meine Gastfamilie zeigte mir ihre Dankbarkeit und Wertschätzung indem sie mich mit zu Ausflügen nahmen (zu Flüssen, Festivals, Attraktionen, Schwimmbädern oder einfach zum abendlichen Grillen) und Kosten in Restaurant übernahmen sowie Kleidung und Kometik für mich kauften. Ihr herzlicher Umgang ließ mich stets Unterstützung und Wohlbefinden spüren.

Das Praktikum schenkte mir nicht nur berufliche Erfahrungen, sondern auch eine neue Freundin – Kateryna. Gemeinsam unternahmen wir viele Reisen: Neben den von AgrarKontakte International (AKI) e.V. organisierten Exkursionen besuchten wir Köln, Stuttgart, das Oktoberfest und den Bodensee in Lindau. Diese Erlebnisse werde ich nie vergessen.

Ich bin überzeugt, dass das Praktikum in Deutschland mein berufliches Niveau erhöht und meine Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt gesteigert hat. Es ist eine Erfahrung, die eine solide Grundlage für meine zukünftige berufliche Laufbahn bildet.

Ich danke allen herzlich, die an der Organisation dieses außergewöhnlichen Praktikums beteiligt waren!

 

Das sechsmonatige Praktikum in Deutschland war für die Studierenden nicht nur eine berufliche Herausforderung, sondern eine echte kulturelle, bildungsbezogene und persönliche Bereicherung.

Die Zusammenarbeit des Wissenschaftlich-Methodischen Zentrums VSPU und AgrarKontakte International (AKI) e.V. im Rahmen des deutsch-ukrainischen Projekts „Förderung der beruflichen Bildung in Agrarkollegs der Ukraine“ (FABU) ermöglichte es den Studierenden, auf modernen landwirtschaftlichen Betrieben zu arbeiten, neue Technologien kennenzulernen und Europa von innen zu entdecken.

Diese Erfahrungsberichte sind der beste Beweis dafür, dass internationale Praktika eine neue Generation von Fachkräften formen: selbstbewusst, motiviert und bereit, nach internationalen Standards zu arbeiten. Die Studierenden agrarischer Fachhochschulen erhielten die einmalige Gelegenheit, in das Leben und die Kultur Deutschlands einzutauchen und moderne Landwirtschaft hautnah zu erleben. Ergebnis davon sind neues Wissen, unschätzbare Erfahrungen und unvergessliche Eindrücke!

In der Ukraine hat bereits die Vorbereitung für das Praktikum 2026 begonnen: Über 90 Studierende absolvieren Deutschkurse und lernen Kultur sowie moderne landwirtschaftliche Technologien kennen, um ihr berufliches Potenzial während des zukünftigen internationalen Praktikums noch effektiver auszuschöpfen.

AKI dankt allen Gastbetrieben, Partnern und Sponsoren für ihr Engagement und freut sich darauf, die erfolgreiche Kooperation mit der Ukraine auch im kommenden Jahr fortzuführen.

 

Artikel in ukrainischer Sprache aus der Zeitschrift „Bildungstrajektorie – Interaktives Informationsjournal“. Link zur Zeitschrift: https://nmc-vfpo.gov.ua/interaktyvnyj-informaczijnyj-visnyk-osvitnya-trayektoriya/