
Gemeinsam organisierten AgrarKontakte International (AKI) e.V., Char2Cool e.V. und ihr burundischer Partner Ordre Saint Camille eine praktische Schulung zu nachhaltigen ökologischen Anbaumethoden und Biokohleproduktion in Burundi. Die Schulung wurde von Samuel Safari Elijah, einem erfahrenen Experten aus Kenia, geleitet und stärkte die praktischen Fähigkeiten im ökologischen Landbau und in der Biokohleproduktion. Dreizehn Ausbilder wurden darauf vorbereitet, ihr Wissen an andere Ausbilder und Landwirte weiterzugeben.
Die Initiative ist ein Beispiel für einen intensiven Süd-Süd-Austausch im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit. Sie bringt lokale Landwirte, regionales Fachwissen und internationale Partner zusammen, um die nachhaltige Entwicklung gemeinsam voranzutreiben.
Samuel berichtet im Interview von seinen Erfahrungen, Erkenntnissen und Empfehlungen nach der Schulung. Hier das Interview:
Frage 1: Könntest du dich bitte kurz vorstellen?
Mein Name ist Samuel Safari Elijah. Ich arbeite für die Naturschutzorganisation Bahari Hai, die ihren Sitz an der kenianischen Küste hat und sich auf Umweltschutz und das Engagement der Gemeinschaft fokussiert.
Frage 2: Welche Funktion übst du in Bezug auf Char2Cool e.V. und AgrarKontakte International (AKI) e.V. aus?
Ich arbeite als Trainer mit Char2Cool e. V. zusammen und unterstütze lokale Gemeinschaften durch praktische Schulungen zu nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktiken und zur Herstellung von Biokohle, um die Ernährungsunsicherheit zu bekämpfen.
Der Geschäftsführer von Char2Cool e. V., Herr Walter Danner, stellte den Kontakt zu AKI her und lud mich ein, nach Burundi zu reisen, um dort neue Trainer auszubilden. Ich nahm diese Gelegenheit gerne an und führte eine erfolgreiche Schulung in Burundi durch.
Frage 3: Welche Schlüsselthemen wurden während der Schulung behandelt und wie tragen diese Praktiken zur Bodengesundheit, landwirtschaftlichen Produktivität und zum Klimaschutz in lokalen Gemeinden bei?
Die Schulung konzentrierte sich auf praktische, nachhaltige, ökologische Anbaumethoden. Dazu zählen Vermikompostierung, die Herstellung von organischem Dünger aus Lebensmittelabfällen, ökologische Schädlingsbekämpfungsmethoden sowie die Herstellung von Biokohle.
Durch den Einsatz dieser Praktiken wird der Einsatz chemischer Düngemittel reduziert, da auf lokal verfügbare Ressourcen zurückgegriffen wird. Insbesondere Biokohle verbessert die Bodenstruktur, indem sie die Speicherung von Wasser und Nährstoffen erhöht. Dadurch steigt die Bodenfruchtbarkeit und die Ernteerträge nehmen zu. Gleichzeitig schützen ökologische Anbaumethoden die Umwelt und die menschliche Gesundheit, indem sie die chemische Verschmutzung minimieren. Biokohle leistet zudem einen Beitrag zum Klimaschutz, indem sie Kohlenstoff im Boden speichert und die Widerstandsfähigkeit gegen Dürren erhöht. Dadurch können sich Gemeinden besser an den Klimawandel anpassen.
Chemische Düngemittel sind sehr begrenzt verfügbar und kostspielig.
Frage 4: Welche Methoden oder Praktiken hielten die Teilnehmer für die wertvollsten?
Die praktische Schulung zur Biokohleherstellung war das Highlight der Schulung. Die Idee der Biokohle hat ihnen sehr gut gefallen.
Frage 5: Welche Unterschiede hinsichtlich der Anwendung und praktischen Nutzung der Techniken hast du in Burundi im Vergleich zu Kenia festgestellt?
In Burundi, insbesondere in Gitega, sind diese Techniken noch neu. Die von mir geschulten Ausbilder hatten keinerlei Kenntnisse über diese Techniken. In Kenia ist die Anwendung weiterläufig verbreitet.
Frage 6: Wie schätzt du das Potenzial für eine Ausweitung dieser nachhaltigen Praktiken in Burundi ein?
Burundi hat ein großes Potenzial für die Ausweitung dieser Praktiken. Die Landwirte sind hoch motiviert und die erforderlichen Rohstoffe sind leicht verfügbar. Durch kontinuierliche praktische Schulungen und regelmäßige Auffrischungskurse können sie ihre Fähigkeiten weiter ausbauen und nachhaltige, langfristige Ergebnisse erzielen.
Frage 7: Wie verbessert die Zusammenarbeit zwischen Organisationen wie AKI und Char2Cool die Wirksamkeit von Schulungsprogrammen?
Die Zusammenarbeit zwischen Organisationen wie AKI und Char2Cool steigert die Wirksamkeit von Schulungsprogrammen in mehrfacher Hinsicht. Sie erleichtert logistische Vorkehrungen, beispielsweise die Anreise von Trainern aus Kenia. Die Partnerschaft ermöglicht zudem einen wertvollen Wissensaustausch zwischen den Regionen, durch den lokales Fachwissen mit den jeweiligen Gemeinschaften geteilt werden kann. Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit kosteneffizient, da beide Institutionen Ressourcen bündeln und gemeinsam nutzen können, um die Wirkung ihrer Schulungen zu maximieren.
Frage 8: Können Sie uns einen bleibenden Eindruck oder eine Erfolgsgeschichte aus der Schulung schildern?
Ein bleibender Eindruck war für mich die Einheit über biologische Pestizide zur Schädlings- und Krankheitsbekämpfung. Einige Teilnehmer waren der Meinung, dass die Schädlinge in ihren Gärten resistent gegen Pestizide seien, und nannten sogar bestimmte Schädlinge, die ihrer Ansicht nach nicht bekämpft werden könnten. Als wir anschließend zwei biologische Lösungen zubereiteten und anwendeten, konnten sie mit eigenen Augen sehen, dass die Schädlinge wirksam bekämpft wurden. Die Teilnehmer waren erstaunt und wirklich begeistert, als sie die Ergebnisse selbst miterleben konnten.
Vielen Dank für Ihre Zeit!
Gern geschehen.
AKI bedankt sich bei Herrn Walter Danner und seiner Firma Char2Cool e.V. für die finanzielle Unterstützung bei der Durchführung dieser Schulung mit Samuel Safari Elijah.
„Dieses Projekt wird mit finanzieller Unterstützung des Landtages Baden-Württemberg und des Staatsministeriums Baden-Württemberg durchgeführt.“











